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Mitarbeitergespräch führen: Leitfaden und Tipps

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Mitarbeitergespräche sind weit mehr als ein Pflichttermin im Kalender. Sie sind eine Chance für ehrlichen Austausch, neue Impulse, gegenseitiges Verständnis und gezielte Entwicklung. Gut geführt stärken sie Motivation, Vertrauen und Zusammenarbeit. Doch damit das gelingt, braucht es mehr als gute Absichten: Es braucht Klarheit, Vorbereitung und ein offenes Ohr.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Arbeitgeber Mitarbeitergespräche strukturiert, wirkungsvoll und wertschätzend gestalten können.

Was ist ein Mitarbeitergespräch?

Ein Mitarbeitergespräch ist ein strukturiertes, oftmals regelmäßig stattfindendes Gespräch zwischen einem Mitarbeiter und einer Führungskraft. Es dient dem gegenseitigen Austausch über Leistungen, Erwartungen, Ziele, Zusammenarbeit und Entwicklungsmöglichkeiten.

Mitarbeitergespräch vorbereiten

Ein gut vorbereitetes Mitarbeitergespräch zeigt Wertschätzung und schafft Vertrauen. Es ermöglicht eine strukturierte, faire und zielorientierte Kommunikation über Leistungen, Entwicklung und Zusammenarbeit. Ohne Vorbereitung besteht die Gefahr von Missverständnissen, unklaren Aussagen und vertanen Chancen zur Weiterentwicklung.

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Checkliste Mitarbeitergespräch

  • Gesprächsziel klären: Am wichtigsten ist am Anfang wohl die Frage, was eigentlich geklärt werden soll. Warum findet das Gespräch also statt. Will der Arbeitgeber ein regelmäßig stattfindendes Gespräch führen oder gibt es einen konkreten Anlass? Danach sollte man sich die Frage stellen, welche Themen alle besprochen werden sollten. Wichtig ist es auch, sich von Beginn an klar zu machen, welches Ergebnis das Gespräch am Ende haben soll. Was ist also das Ziel?
  • Informationen sammeln: Die Führungskraft sollte sich darüber im Klaren sein, welche Aufgaben der Mitarbeiter hat und an was er aktuell konkret arbeitet. Interessant ist es auch, sich Meinungen und Feedback anderer Mitarbeiter einzuholen, um sich ein genaueres Bild zu schaffen. Wenn frühere Gespräche stattgefunden haben, sollte man sich mögliche Protokolle und Vereinbarungen noch einmal anschauen.
  • Themen strukturieren: Die Themen, die man sich überlegt hat anzusprechen, sollte man anschließend strukturieren. Führungskräfte sollten eine Reihenfolge der Themen erstellen und später auch einhalten. Außerdem muss ein Zeitrahmen für das Gespräch festgelegt sein, den man auch dem Mitarbeiter mitteilt.
  • Feedback vorbereiten: Sowohl positive Aspekte, als auch Kritik sollten ausführlich herausgearbeitet werden, damit man im späteren Gespräch auf Nachfragen passende Antworten geben kann. Auch Entwicklungspotenziale sollten im Vorhinein erörtert sein.
  • Ziele definieren: Jetzt sollte man sich nochmal überlegen, ob die Ziele für das Gespräch, die man sich vorher überlegt hat, passen.
  • Mitarbeiter einladen: Damit er auch pünktlich zu dem Gespräch erscheinen kann, sollte dem Mitarbeiter rechtzeitig ein Termin mitgeteilt werden. Man sollte ihn auch vorab darüber informieren, welche Themen man ansprechen will. So kann auch er sich Gedanken dazu machen.
  • Rahmenbedingungen organisieren: Es sollte vor dem Gespräch ein Raum reserviert sein, indem man sich in Ruhe mit dem Mitarbeiter unterhalten kann. Außerdem sollte man sicherstellen, dass niemand das Gespräch stören kann. Genügend Zeit und eine ruhige Atmosphäre machen es viel einfacher für beide Seiten.

Mitarbeitergespräch – Anlässe und Themen

Zu welchen Anlässen führt man Mitarbeitergespräche? Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Einige Gespräche finden regelmäßig statt, um vergangene und zukünftige Ziele oder Leistungen des Mitarbeiters zusammen zu analysieren. Spontaner kann ein solches Treffen auch aus aktuellem Anlass stattfinden, um zum Beispiel gute oder auch weniger gute Leistungen zu besprechen.

Bei Konflikten sollten solche Gespräche unter anderem auch stattfinden. Nach längerer Krankheit sollte sich der Arbeitgeber auch erkundigen, wie eine mögliche Wiedereingliederung aussehen kann und wie sich der Mitarbeiter unter den gegebenen Umständen das weitere Arbeiten im Betrieb vorstellt.

Typischerweise findet auch nach der Probezeit ein Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer statt, in welchem man die Arbeitsleistung und die Arbeitsbedingungen erörtert. Andere Gesprächsanlässe können auch Kündigungen oder Vertragsbeendigungen sein.

Mitarbeitergespräch – Ablauf in 3 Phasen

Die drei Phasen des Mitarbeitergesprächs sind die Vorbereitung, Durchführung und der Rückblick sowie Evaluation des Gesprächs.

  • Vorbereitung: In dieser Phase werden relevante Informationen gesammelt, Ziele festgelegt und ein geeigneter Rahmen für das Gespräch geschaffen.

  • Durchführung: Das eigentliche Gespräch findet statt, wobei Führungskraft und Mitarbeiter Feedback geben, Leistungen bewertet und zukünftige Entwicklungen bespricht.

  • Nachbereitung: Die Ergebnisse werden dokumentiert, vereinbarte Maßnahmen umgesetzt und eventuell wird ein Folgegespräch geplant, um die Nachhaltigkeit zu sichern.

Mitarbeitergespräch – Feedback geben

Feedback in einem Mitarbeitergespräch sollte klar, respektvoll und konstruktiv sein. Die WWW-Regel hilft dabei, im Mitarbeitergespräch konstruktives Feedback zu geben. Man beschreibt zunächst die Wahrnehmung eines konkreten Verhaltens, erklärt dann dessen Wirkung auf die Zusammenarbeit oder das Ergebnis und äußert schließlich einen Wunsch für zukünftiges Verhalten. So bleibt das Feedback sachlich, verständlich und motivierend.

Positives betonen

Positives zu betonen spielt im Mitarbeitergespräch eine wichtige Rolle, weil es Motivation stärkt und Vertrauen aufbaut. Wenn Feedback auch Anerkennung für gute Leistungen enthält, fühlen sich Mitarbeitende wertgeschätzt und sind eher offen für mögliche Kritikpunkte. Ein ausgewogenes Feedback mit positiven Aspekten fördert die Weiterentwicklung und trägt zu einer konstruktiven Gesprächsatmosphäre bei.

Konstruktiv kritisieren

Konstruktive Kritik bedeutet, ehrlich auf Probleme hinzuweisen, aber gleichzeitig lösungsorientiert und respektvoll zu bleiben. Es sollte konkret darauf hingewiesen werden, welche Dinge verbessert werden müssen und warum das der Fall ist. Dabei sollte man Vorschläge machen und Unterstützung anbieten. Man muss die Kritik sachlich und wertschätzend formulieren. Dabei hilft es, Ich-Botschaften zu verwenden, um den Gegenüber nicht zu verletzen und die Kritik als Hilfe anzubieten.

Mitarbeitergespräch – Das sollten Arbeitgeber vermeiden

Unklare oder unvorbereitete Aussagen ohne klare Ziele oder Fakten wirken im Gespräch planlos und wenig wertschätzend. Das kann Mitarbeiter verletzen und das Vertrauen verringern. Deshalb sollten Arbeitgeber sich im Vorhinein darüber klar sein, welche Aussagen sie tätigen wollen und welche Themen angesprochen werden.

Wenn nur der Vorgesetzte spricht und der Mitarbeiter keine Möglichkeit zur Rückmeldung hat, fehlt der Dialog. Im Nachhinein wird das Gespräch so kein ordentliches Ergebnis erzielen. Das gleiche gilt für eine Kritik ohne Lösungsvorschläge. Wenn der Arbeitgeber den Mitarbeiter nur mit reinen Vorwürfen konfrontiert, wird ihn das demotivieren. Eine konstruktive Kritik des Arbeitgebers sollte immer mit konkreten Verbesserungsvorschlägen verbunden sein.

Mitarbeitergespräch führen – 7 wichtige Tipps

  • Gespräch auf Augenhöhe: Während des Mitarbeitergesprächs sollte der Arbeitgeber dem Mitarbeiter stets das Gefühl geben, auf einer Augenhöhe mit dem anderen zu stehen. Das kann man zeigen, indem der Arbeitgeber ihm mit Respekt begegnet und Interesse an ihm zeigt.
  • Aktiv zuhören: Der Arbeitgeber sollte den Mitarbeitenden ausreden lassen, und durch Nachfragen sowie Nicken zeigen, dass er wirklich zuhört.
  • Stimmung beobachten: Es ist wichtig, sowohl die eigenen Gefühle als auch die des Mitarbeiter zu beobachten, also die Stimmung im Raum zu deuten. Dabei sollten Arbeitgeber auf Körpersprache, Tonfall und Reaktionen achten. Sie geben Hinweise auf die emotionale Lage.
  • Konflikte richtig ansprechen: Wenn Probleme bestehen, sollten sie vom Arbeitgeber sachlich und lösungsorientiert benannt werden, ohne dass Schuldzuweisungen gestellt werden.
  • Lob und Anerkennung: Erfolge und positive Entwicklungen sollte der Arbeitgeber betonen, um Motivation zu fördern und Kritik konstruktiv zu gestalten.
  • Zeit für Rückmeldung: Dem Mitarbeitenden sollte der Raum und die Zeit gelassen werden, seine Sicht zu äußern und Fragen zu stellen oder Anmerkungen zu machen.
  • Nachbereitung sichern: Ergebnisse sollten am Ende schriftlich festgehalten werden und die vereinbarte Maßnahmen müssen verlässlich umgesetzt werden.

Häufige Fragen

  1. Welche Phasen hat ein Mitarbeitergespräch?
  2. Ein Mitarbeitergespräch besteht aus drei Phasen: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. In der Vorbereitung werden Themen gesammelt und Ziele festgelegt, in der Durchführung findet das eigentliche Gespräch mit Feedback und Austausch statt, und in der Nachbereitung werden Ergebnisse dokumentiert sowie vereinbarte Maßnahmen umgesetzt.

  3. Was gehört nicht in ein Mitarbeitergespräch?
  4. In ein Mitarbeitergespräch gehören keine persönlichen Angriffe, unklare oder unangekündigte Kritik sowie Themen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Auch unvorbereitete Aussagen, Vergleiche mit anderen Mitarbeitenden und einseitige Monologe sollten vermieden werden.

  5. Wie formuliere ich eine Einladung zum Mitarbeitergespräch?
  6. Eine Einladung zum Mitarbeitergespräch sollte den Zweck des Gesprächs klar benennen, den Termin mit Datum, Uhrzeit und Ort nennen sowie die voraussichtliche Dauer angeben. Zudem kann ein Hinweis darauf enthalten sein, ob der Mitarbeiter etwas vorbereiten oder mitbringen soll.

  7. Welche Themen sollte man in einem Mitarbeitergespräch besprechen?
  8. In einem Mitarbeitergespräch sollten neben der Leistung und Zielerreichung auch die persönliche und fachliche Entwicklung, Zufriedenheit im Job, Arbeitsbedingungen sowie die Zusammenarbeit im Team thematisiert werden. Außerdem gehören konstruktives Feedback, mögliche Herausforderungen und individuelle Wünsche oder Anliegen des Mitarbeiters dazu, um gemeinsam Lösungen und Perspektiven zu entwickeln.

Quellen
  1. Feedbackregeln, https://www.personio.de/... (Abrufdatum: 20.06.2025)
Medizinische und Rechtliche Hinweise
Wichtiger rechtlicher Hinweis für diesen Artikel

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Autor
Elias Müller
Elias Müller
Medizinstudent
Zuletzt aktualisiert: 23.01.2026

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