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Schwitzen ist eine lebesnwichtige Funktion des menschlichen Körpers, die primär der Regulation der Körpertemperatur und im Rahmen dessen dem Schutz vor Überhitzung des Körpers dient. Neben dieser thermoregulatorischen Aufgabe spielt das Schwitzen ebenfalls eine Rolle in der Funktion der Hautbarriere und der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Schwitzen ist zwar ein unbewusster Mechanismus, kann aber durch Reize und Faktoren wie der körperlichen Aktivität oder der Umgebungstemperatur sowie auch Emotionen beeinflusst werden. Somit bringen Störungen der Schweißproduktion, ob übermäßig oder zu wenig, erhebliche gesundheitliche Auswirkungen mit sich, Dieser Artikel beleuchte die Physiologie, Funktionen und pathophysiologischen Aspekte des Schwitzens.
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Schwitzen – Definition
Schwitzen, auch als Transpiration oder Diaphorese bezeichnet, beschreibt den physiologischen Prozess der Schweißsekretion auf der Haut. Der Mechanismus dient vor allem der Thermoregulation.
Schwitzen – Physiologie
Der Mechanismus der Schweißsekretion wird durch das vegetative Nervensystem, insbesondere den sympathischen Anteil, gesteuert. Die Schweißproduktion erfolgt über spezialisierte Schweißdrüsen, die in der Haut lokalisiert sind. Man unterscheidet zwei Haupttypen:
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<Ekkrine Schweißdrüsen: Diese tubulären Drüsen liegen in der tiefen Dermis und oberen Subcutis und sind nahezu ubiquitär in der Haut verteilt. Ihre Ausführungsgänge münden direkt auf die Epidermis. Sie produzieren ein wässriges, elektrolythaltiges Sekret, das hauptsächlich der Thermoregulation dient.
Apokrine Schweißdrüsen: Diese größeren, merokrinen Drüsen befinden sich bevorzugt in bestimmten Körperregionen wie der Axilla (Achselhöhle), der Mamille (Brustwarze), der Perigenital- und Perianalregion. Sie münden in Haarfollikel und sondern ein visköses, lipid- und proteinreiches Sekret ab, das durch bakterielle Zersetzung den individuellen Körpergeruch beeinflusst.
Die Regulation der Schweißproduktion erfolgt primär über den sympathischen Teil des vegetativen Nervensystems, wobei der Neurotransmitter Acetylcholin eine zentrale Rolle spielt. Im Gegensatz zu den meisten anderen sympathisch innervierten Organen, die über Noradrenalin gesteuert werden, erfolgt die Aktivierung der ekkrinen Schweißdrüsen cholinerg über postganglionäre Fasern.
Schweißproduktion kann durch verschiedene Reize induziert werden, darunter körperliche Aktivität, hohe Umgebungstemperaturen und emotionale Erregung. Die Aktivierung des sympathischen Nervensystems führt dabei zur vermehrten Sekretion der ekkrinen Drüsen, was eine effiziente Wärmeregulation des Körpers ermöglicht.

Schwitzen – Funktion
Die Hauptfunktion des Schwitzens ist die Thermoregulation. Durch die Verdunstung des Schweißes auf der Hautoberfläche wird Wärme abgeführt, was letzlich eine Überhitzung des Körpers verhindert. Zudem unterstützt das Schwitzen die Hautbarriere und trägt zur Ausscheidung von Stoffwechselprodukten bei.
Schweißproduktion pro Tag
Erwachsene können stündlich zwischen 2 und 4 Litern Schweiß produzieren – das entspricht bis zu 15 Litern täglich, abhängig von körperlicher Aktivität und klimatischen Bedingungen.
Schwitzen – Pathophysiologie und Klinik
Pathologische Abweichungen der Schweißproduktion äußern sich unterschiedlich. Eine übermäßige Schweißproduktion nennt man Hyperhidrose. Sie ist primär oder sekundär, beispielsweise durch hormonelle Störungen, neurologische Erkrankungen oder Medikamente, bedingt.
Im Gegensatz dazu beschreibt die Hypohidrose oder Anhidrose eine verminderte oder komplett fehlende Schweißsekretion. Dies kann zu Hyperthermie und unzureichender Thermoregulation führen. Eine Hypohidrose entsteht meist sekundär durch andere Grunderkrankungen oder Störungen wie beispielsweise Bestrahlung, Infektionen, Neuropathien oder Medikamente. Auch Autoimmunerkrankungen wie das Lambert-Eaton-Syndrom können Grund sein.
Diagnostisch beurteilt man Schweißstörungen durch eine gravimetrische Messung der Schweißmenge oder den Jod-Stärke-Test. Bei der Hyperhidrose ist eine Anamnese von zentraler Bedeutung und kann mithilfe des HDSS, was für “Hyperhidrosis Disease Severity Scale” steht primär eingeschätzt werden.
Das Schwitzen ist ein essenzieller physiologischer Prozess, was bedeutet, dass eine Dysregulation zu erheblichen gesundheitlichen sowie sozialen Einschränkungen führen kann. Die Diagnostik und Therapie sind somit wichtig für das erfolgreiche Behandeln der Schweißsekretionsstörung.
Häufige Fragen
- Warum schwitzt man überhaupt?
- Ist es normal, viel zu schwitzen?
- Was ist eine Hyperhidrose?
- Welche Faktoren beeinflussen das Schwitzen?
- Schwitzen dünne Menschen weniger?
Schwitzen ist eine natürliche Reaktion des Körpers zur Temperaturregulierung. Durch das Verdunsten des Schweißes auf der Haut wird Wärme abgeführt, wodurch der Körper kühl bleibt.
Ja, Schwitzmenge ist sehr inviduell. Manche Menschen schwitzen einfach mehr- z.B. bei Hitze, Sport, Stress oder hormonellen Veränderungen. Wenn das Schwitzen jedoch sehr stark ist und ohne zunächst auffallenden Grund auftritt, spricht man von Hyperhidrose.
Die Hyperhidrose stellt eine Krankheit dar, bei der Menschen übermäßig und unphysiologisch stark schwitzen, auch ohne Hitze oder körperliche Aktivität. Sie kann lokal (z.B. Hände, Füße, Achseln) oder am ganzen Körper auftreten.
Das Schwitzen wird durch die Umgebungstemperatur, Emotionen (wie Nervosität), Ernährung (z.B. scharfes Essen, Alkohol, Koffein), hormonelle Veränderungen (Pubertät, Wechseljahre), Medikamente und Krankheiten beeinflusst. Krankheiten, die zu vermehrtem Schwitzen führen können beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion oder Infekte sein.
Dies trifft nicht unbedingt zu. Schlanke Menschen haben oftmals eine bessere Wärmeregulierung, aber das Schwitzverhalten hängt von vielen Faktoren ab und nicht nur vom Gewicht.
- Füeßl, H. S., & Middeke, M. (2022). Duale Reihe Anamnese und Klinische Untersuchung (7., überarbeitete Auflage). Thieme.
- Haut und Hautanhangsgebilde, https://next.amboss.com/... (Abrufdatum 03.04.2025)




