Tiermedizinischer Fachangestellter (TMFA)

Tiermedizinische/r Fachangestellte/r (TMFA) – Ausbildung, Beruf und Gehalt

Für viele Menschen ist die Arbeit mit Tieren ein absoluter Traum. Im Beruf als Tiermedizinischer Fachangestellter (TMFA) wird der Wunsch Wirklichkeit, denn der Umgang mit Tieren aller Arten spielt eine zentrale Rolle.

Welche Ausbildung in den Beruf als Tierarzthelfer führt, wie der Berufsalltag aussieht und wie hoch das Gehalt als TMFA ist – unsere Übersicht beantwortet alle Fragen.

Inhalt

Ausbildung Tiermedizinischer Fachangestellter – Voraussetzungen, Inhalt, Dauer

Tiermedizinische Fachangestellte üben einen staatlich anerkannten Beruf im Bereich Veterinärmedizin aus, in den eine duale Ausbildung führt. Konkret heißt das, Auszubildende verbringen den Großteil der Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und besuchen parallel an zwei Tagen in der Woche eine Berufsschule. Die Ausbildung wird angeboten von:

  • Tierarztpraxen
  • Tierkliniken
  • Tierheimen
  • Tierparks
  • veterinärmedizinischen Forschungseinrichtungen
  • tiermedizinischen Laboratorien und Hochschulinstituten
  • Veterinärämtern

Ein Schulabschluss ist keine Voraussetzung für die Ausbildung. Prinzipiell ist die Aufnahme der Ausbildung auch ganz ohne Schulabschluss möglich. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass weniger als 1 Prozent der Azubis ohne Schulabschluss in den Beruf starten. 4,2 Prozent der Auszubildenden haben einen Hauptschulabschluss, 45 Prozent das Abitur oder die Fachschulreife und rund 50 Prozent die mittlere Reife (Realschulabschluss), zeigen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung. Eine feste Voraussetzung ist hingegen die gesundheitliche Eignung für den Beruf (bescheinigt durch ein ärztliches Attest). Eine Tierhaarallergie ist somit ein K.-o.-Kriterium für den Beruf als Tiermedizinischer Fachangestellter. Viele Ausbildungsbetriebe bieten ein Praktikum an, ehe der Ausbildungsvertrag unterschrieben wird, um die Eignung der Kandidaten auszuloten.

Bei der Bewerbung gerne gesehen sind guten Noten in Biologie, Chemie, Deutsch und Mathematik. Gute Noten in diesen Fächern sind eine Voraussetzung dafür, dass man sich wichtige Kenntnisse in Anatomie, Arzneimittelkunde oder Rechnungswesen aneignen kann. Zusätzlich sollte man als Tiermedizinischer Fachangestellter  natürlich großes Interesse an Tieren aller Arten, Einfühlungsvermögen, Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein mitbringen, aber auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren können. Vielfach sind die tierärztlichen Einsätze mit Krankheit, Komplikationen (etwa bei der Geburt) oder Unfällen verbunden. Scheu vor Blut und anderen Körperflüssigkeiten darf nicht vorhanden sein. Und auch das Einschläfern kranker und verletzter Tiere gehört zum Beruf dazu. Daher müssen angehende TMFA psychische Stabilität aufweisen. Weil solche Situationen für die Tierhalter traumatisch sein können, sollte man als TMFA auch gut mit Menschen umgehen können.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Ausbildungsinhalte werden von der (Landes-)Tierärztekammer vorgegeben. Dazu zählen etwa:

  • Anatomie/Physiologie unterschiedlicher Tiere
  • Krankheitslehre für verschiedene Tierarten
  • Seuchenschutz
  • Arzneimittel- und Impfstoffkunde
  • Laborarbeit
  • Umgang mit medizinischen Instrumenten, Hilfsmitteln und Messgeräten

Die praktische Seite des Berufes wird im Ausbildungsbetrieb erlernt.

Als Tiermedizinischer Fachangestellter in spe legt man im zweiten Ausbildungsjahr eine Zwischenprüfung ab. Die Ausbildung schließt mit einer Abschlussprüfung ab, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht.

Tiermedizinischer Fachangestellter Ausbildung Gehalt

Während der Ausbildung als Tiermedizinischer Fachangestellter gibt es ein Gehalt, das tariflich geregelt ist. Der Verband medizinischer Fachberufe hat dazu einen Vertrag mit dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte abgeschlossen, der noch bis Ende 2019 gültig ist. Demnach beträgt das Gehalt für Azubis:

Ausbildungsjahr Gehalt (Brutto Monat)
1. Ausbildungsjahr 630 Euro
2. Ausbildungsjahr 680 Euro
3. Ausbildungsjahr 730 Euro

Der Beruf Tiermedizinischer Fachangestellter – Tätigkeiten und Alltag

Als Tiermedizinischer Fachangestellter  übt man einen komplexen und verantwortungsvollen Beruf aus, bei dem man im Spannungsfeld zwischen tierischem Patienten, Tierarzt und Tierhalter agiert. Zu den typischen Aufgaben zählen:

  • Organisation von Praxisabläufen (Terminvergabe, Empfang der Patienten und Tierhalter, Lagerverwaltung der tierärztlichen Apotheke, Dokumentation der Behandlungsverläufe, Abrechnungen und weitere Verwaltungsaufgaben)
  • Einhaltung der Hygiene in der Praxis (Sterilisation der Instrumente, Desinfektion der Behandlungstische, Entsorgung von Spritzen, Hilfsmitteln und Medikamentenresten)
  • Assistenz bei Untersuchungen und Behandlungen der tierischen Patienten, auch bei Operationen, in akuten Notfällen und bei Euthanasie (Tiere beruhigen und fixieren)
  • Vorbereitung der Patienten auf operative Eingriffe oder diagnostische Untersuchungen
  • Durchführung diagnostischer Verfahren (Blutabnahme, Röntgenaufnahmen, Laborarbeiten)
  • Pflege von Tieren nach Operationen und auf der Krankenstation
  • Beratung der Tierhalter zu Themen wie artgerechte Tierhaltung, Ernährung, Krankheitsprävention oder Rehabilitationsmaßnahmen

Die Arbeitszeiten in einer Kleintierarztpraxis können den typischen Praxiszeiten entsprechen oder länger (bis ca. 20 Uhr) dauern. Notdienste in der Nacht, an Feiertagen und an Wochenenden sind typisch (oft zeitlich begrenzt oder auf Abruf). In Tierkliniken, Tierparks oder im Nutztierbereich ist Schichtdienst möglich.

Tiermedizinischer Fachangestellter Gehalt

Als Tiermedizinischer Fachangestellter erhält man in der Regel ein Gehalt, das tarifvertraglich geregelt ist. Ausgehandelt hat der Verband medizinischer Fachberufe e.V. den Vertrag mit dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Demnach erhalten Berufsanfänger während der ersten drei Berufsjahre zwischen 1.730 und 2.076 Euro brutto monatlich. Ab dem vierten Jahr steigt der Verdienst als Tiermedizinischer Fachangestellter dann auf 1.788 bis 2.146 Euro. Wer viele Jahre Berufserfahrung vorzuweisen hat, kann ein Grundgehalt von 2.801 Euro beziehen (Stand: 07/2019). Zuschläge für Überstunden, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Nachtarbeit kommen hinzu.

Als Tiermedizinischer Fachangestellter in Teilzeit sieht der Tarifvertrag vor, dass pro Stunde 1/173tel der jeweiligen Monatsvergütung für vollzeitbeschäftigte TMFA bezahlt werden. Bei Berufsanfängern wären dies derzeit 10 Euro pro Stunde.

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